N A U T I L U S
Tödliche Fallen und Satansgläubige

“Wie ein Kaninchen im Scheinwerferlicht”


Interview mit Justin Whalin,
der die Rolle des Diebes Ridley spielt
Der 26-jährige Justin Whalin ist Hauptdarsteller im ersten Dungeons & Dragons Film. In der Rolle des jungen Diebs Ridley Freeborn rettet er die junge Kaiserin Savina und Sumdall, die Hauptstadt Izmirs, vor der Drachenarmee des bösen Zauberers Profion (Jeremy Irons). NAUTILUS sprach mit Whalin anläßlich seines Besuchs in Hamburg am 4. April 2001.

Mr. Whalin, haben Sie inzwischen selbst einmal Rollenspiel ausprobiert?
Vor dem Film habe ich ein Computerspiele ausprobiert. Nicht D&D, sondern Baldur’s Gate und mein Lieblingsspiel War Craft. Das ist natürlich nicht dasselbe, aber die Fantasywelten und die Charaktere funktionieren doch sehr ähnlich. Es macht mir großen Spaß, ich spiele eine Menge Rollenspiele auf dem Computer. In meiner Schule spielten die älteren Kinder D&D, aber die waren 12 Jahre oder älter, und ich ging gerade in die zweite Klasse, da wollten sie mich nicht mitspielen lassen (lacht).
Meine erste tatsächliche Spielrunde war auf dem GenCon in Milwaukee mit Dave Arneson von TSR.

Einen prominenteren Spielleiter kann man sich ja kaum wünschen.
Stimmt! Dave hat uns auch beim Film sehr geholfen, er ist großartig.

Es gibt doch auch eine Szene mit Dave Arneson als Statist?
Die ist leider im Kino nicht zu sehen, aber man kann sie sich auf der DVD anschauen.

Wem würden Sie den D&D-Film empfehlen?
Der Film ist nicht ausschließlich für die alten D&D-Veteranen gemacht worden. Viele der Spieler aus der ersten Generation in den 70er Jahren sind inzwischen über 30 und haben Familie. Deshalb haben wir einen Familienfilm gedreht, den sich diese Leute mit ihren Kindern ansehen können, um zu sagen: »Mit dem Spiel sind wir aufgewachsen!«
Am wichtigsten war es aber, dass wir einen richtigen D&D-Film drehen. Das ist ziemlich schwierig, weil D&D so groß ist. Wir wollten halt auch eine neue Generation an D&D heranführen. Das Spiel ist fantastisch, es ist wirklich gut für die Leute, die es spielen. Es gab ja den Vorwurf des Satanismus in den USA, aber in Wahrheit sind Rollenspiele besser als die meisten anderen Spiele: Bei Risiko und vielen anderen Spielen kämpfen alle gegeneinander und versuchen, die Welt zu beherrschen. Aber bei D&D spielen alle zusammen, und der Spielleiter erzählt die Geschichte, die alle gemeinsam erleben.
Im Gegensatz dazu kann man bei Computerspielen nicht wirklich miteinander reden und gemeinsam handeln - diese Interaktion bietet eigentlich nur das Rollenspiel. Die Leute spielen jahrelang miteinander und lernen sich kennen. Das ist einfach toll.
Der Film soll ein leichter Einstieg in dieses phantastische Spiel sein, gut verständlich. Später können die Filmzuschauer dann ihre eigenen Abenteuer erleben und spielen wie wir.

Erzählen Sie unseren Lesern etwas von der Szene im Film, wo die riesige Axt sie fast umgebracht hätte?
Das war total verrückt. Es ist die erste Falle im Labyrinth der Diebe. George Gibbs hatte es aufgebaut, die Äxte hingen an stählernen Stangen, die Klingen waren zwar nur aus Holz, aber ein solches Ding wiegt immer noch 180 kg. Wenn es dich erwischt, bist du tot. Wir drehten die Szene also zum ersten Mal: Ich legte meine Hand auf das Licht, das die Äxte auslöst. Die Äxte begannen sich zu bewegen, und ich sprang weg, so schnell ich konnte. Das Ergebnis war, dass ich aus dem Bild gesprungen war, bevor die Axt überhaupt heransauste. Courtney (Solomon, A. d. Red.) meinte, das sei in Ordnung. Ich meinte aber, es sei besser, wenn ich und die Axt im selben Bild zu sehen seien. Und er meinte: “Stimmt, aber das kann ich nicht von dir verlangen.” Dann suchten wir nach einer sicheren Methode, das hinzukriegen, aber es gab nur die eine Methode: Ich würde einfach eine Sekunde warten und dann wegspringen. (...)

Das Interview führte NAUTILUS-Redakteur Lars Schiele
Das vollständige Interview können Sie in der Nautilus 12 lesen.

Justin Whalin

Justin Whalin wurde am 7. September 1974 in San Francisco geboren. Er meldete sich erstmals für den Schauspielunterricht an, weil er für ein Mädchen an der Schauspielschule schwärmte. Seine erste TV-Rolle spielte er mit 13 Jahren in der Krankenhausserie General Hospital. Später setzte er seine Karriere als Journalist Jimmy Ohlsen in der Dauerserie Lois and Clark - the Adventures of Superman fort. Für die Rolle in John Waters Warum lässt Mama das Morden nicht? (Serial Mom) erhielt er einen Emmy. Neben der Schauspielerei ist Whalin ein begeisterter Bluesgitarrist und Taekwondo-Lehrer. Er lebt mit seiner Freundin Reina in Los Angeles.
Zurück