| Blutige Geheimnisse der Autoren Mord im Krimi Der Moderne Thriller als das literarische Schock-Genre Ein Serienkiller, der jungen, schönen Frauen bei lebendigem Leibe die Augen ausschneidet. Ein Kind, das heimlich an einem abgerissenen Menschenfinger nagt. Ein Mörder, der seine Opfer qualvoll verbluten lässt. Die Reihe an Gewaltdarstellungen in den modernen Thrillern scheint endlos. Wollen die Autoren ihre Leser einfach nur schockieren? Folgen sie einer Mode, die ihnen vorgibt, möglichst blutig zu schreiben? Oder ergeben die verstörenden Szenen mehr Sinn, als Kritiker es zugeben wollen? Schauderhaft |
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| Das ergab unter anderem die Amazon-Umfrage 2009: »81% der Frauen und 77% der Männer zwischen 30 und 40 bestehen auf blutige Verbrechen.« Die Ermittlungen in einem Krimi sollten nach Möglichkeit also von schaurigen Details begleitet werden, um vor den Fans des Genres zu bestehen. Die Verlage haben diesen Trend schon lange erkannt und werben mit besonders grausamen Darbietungen in ihren aktuellen Romanen. Woher kommt dieser Anstieg an Gewaltdarstellungen in Thrillern und die Bereitschaft der Leser, solche Szenen zu genießen? Die Meinungen der Autoren und Lektoren gehen hier weit auseinander. Thriller-Autorin Valentina Berger (Augenschneider, Piper) führt dies auf den Konkurrenzkampf zwischen Film und Literatur zurück: »Diese Entwicklung ist wohl ein Resultat aus den Kinofilmen und generell den Medien. Überall werden wir mit Schreckensmeldungen konfrontiert. Je blutiger die Nachricht/die Handlung, desto interessanter. Wir haben wohl schon ein gewisses Maß an Abgebrühtheit erreicht. Um jemanden, besonders im Thrillergenre, zu faszinieren, muss wohl alles ein wenig blutiger sein.« (...) Olga Krouk Mehr zu lesen gibt es in der Nautilus 77 - bei uns online zu bestellen |
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