| Nachzehrer, Aufhocker und Vampire Der Tod im Leben Vorstellungen des Vampirs auf der ganzen Welt Den Begriff Vampir gibt es in Ableitungen in fast allen osteuropäischen Sprachen. Der Wortstamm ist wahrscheinlich das türkische »uper«. Die Vorstellung von lebenden Toten stammt aber nicht aus Osteuropa. Ein Grund für die weite Verbreitung des Vampirglaubens dort mag die Weltanschauung der orthodoxen Kirche sein: Im Unterschied zu den Katholiken kennen die Orthodoxen kein Fegefeuer, in dem die Entscheidung über Himmel und Hölle für die Seelen der Sünder fällt. Somit bleiben Gespenster und Untote in unserer Welt. Außerdem konnten sich vorchristliche Glaubensvorstellungen stärker halten als im katholischen Raum, da das orthodoxe Patriarchat Herrschaft eher übergeordnet ausübt, als jeden einzelnen Gläubigen intensiv zu bekehren. |
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| Peter Kremer belegt in Draculas Vettern, dass die Vorstellung von wiederkehrenden Toten in West- und Mitteleuropa genauso verbreitet war wie in Osteuropa. Dass wir den Vampir mit Osteuropa, insbesondere Rumänien, verbinden, gehört zur Moderne: Zum einen hielt sich der Glaube an Vampire in den rückständigen Dörfern des Balkans länger als in den Industriezentren Mitteleuropas. Erst vor ein paar Jahren erregte ein Prozess in Rumänien Aufsehen: Eine Frau hatte ihre Cousins angezeigt, weil diese ihren verstorbenen Vater, den sie für einen Vampir hielten, ausgegraben und seinen Leichnam zerstört hatten. Diese aufgeklärte Frau in Rumänien traf tatsächlich auf Dörfler, die in abergläubischen Vorstellungswelten verharren. Natürlich gibt es auch in der Postmoderne viele Vampirerzählungen in Buch, Film und Fernsehen. Nur haben diese Geschichten mit der Vampirfigur aus alten Volkskulturen wenig zu tun. (...) Utz Anhalt Mehr zu lesen gibt es in der Nautilus 76 - bei uns online zu bestellen |
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