Die Herkunft der Himmelsboten

Engelsbegegnungen

Mythen und Fakten über Engel

Engel sind schon lange keine rein religiösen Erscheinungen mehr. Diese Wesen, die man sich üblicherweise in menschlicher Gestalt mit Flügeln vorstellt, haben seit Langem die Kunst und andere Bereiche erobert. Während des Barocks kannte man niedliche, kindlich aussehende Engel, in der Romantik breitete sich die Vorstellung von einem Schutzengel aus. Engel bleiben auch in unserer aufgeklärten Zeit faszinierend. Im folgenden Beitrag erkunden wir moderne und ursprüngliche Vorstellungen von den Himmelsboten und deren Quellen.

Bibel
Im Altertum war der Polytheismus weitverbreitet. Es gab in vielen Kulturen eine Vielzahl an Göttern, was den Gläubigern erlaubte, direkt mit ihnen zu kommunizieren. Für die Verständigung bedurfte es keines Mittlers, wie es die Engel sind. Der eine, einzige Gott des sich später durchsetzenden Monotheismus aber wurde unergründlich. Nun brauchte man Boten, die den Willen Gottes überbringen. Auch in der jüdisch-christlichen Tradition gab es ursprünglich keinen Bedarf an Himmelsboten. Die studierte Theologin Julian Kröhn erläutert die Entwicklung anlässlich ihres Romans Engelsblut genauer: »Zunächst hat man sich Gott anthropomorph vorgestellt, also menschenähnlich. Er konnte unmittelbar mit den Menschen kommunizieren, das Volk Israel z.B. in Gestalt einer Rauchsäule durch die Wüste führen. Je überirdischer das Gottesbild wurde, desto notwendiger wurde jedoch ein Mittelsmann, der dessen Botschaften überbringt und dessen Entscheidungen vollzieht.«
Der militärisch klingende Begriff »Heerscharen Gottes« zeigt: Engel werden oft als Krieger dargestellt, als Kämpfer gegen Dämonen und Drachen (der Drache wiederum steht oft symbolisch für den Teufel). In der Offenbarung des Johannes, Kapitel 12 Vers 7 heißt es: »Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.« Insbesondere der Erzengel Michael wird oft als Krieger dargestellt, zu seinen Attributen zählt ein Flammenschwert, manchmal eine Lanze, oft trägt er Soldatenbekleidung.
Ebenso mutet die Hierarchie der Engel sehr militärisch an: Ein Engelschor ist kein Gesangsverein. Julia Kröhn: »Diese Hierarchie wurde von Pseudo-Dionysios (einem frühmittelalterlichen Theologen) das erste Mal beschrieben und später noch oft aufgegriffen: Die erste Sphäre - das sind die Seraphim, Cherubim und Thronoi, jene Engel, die relativ wenig mit den Menschen zu tun haben und eher zum Lobpreis Gottes und zum Hüten der Weisheit bestimmt sind. Die Engel der zweiten Sphäre sind die Kräfte, Mächte und Gewalten. Und die Engel der dritten Sphäre sind die bekannten Erzengel und normalen Engel.«
Viele Vorstellungen über Engel stammen allerdings nur teilweise aus der Bibel und haben mit der Zeit interessante Wandlungen erfahren.

Gefallen
Ursprünglich sind die Engel allein Gott verpflichtet. Sie besitzen keinen freien Willen und erfüllen lediglich Aufgaben, die ihnen vom Schöpfer aufgetragen wurden. Sie müssen bedingungslos gehorchen. Doch seine Lieblinge, das Ebenbild Gottes, sind die Menschen. Es kommt zu einem Aufstand. Satan und einige andere Engel rebellieren und werden gestürzt. (...)

Olga A. Krouk

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