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Der Vater von Philip Marlowe Raymond Chandler Ein hartgekochter Detektiv für die Ewigkeit Raymond Chandler schrieb einmal über die Anfänge seiner Karriere als Schriftsteller: »Mein erstes Gedicht kam zustande, als ich 19 war, es wurde im Chamber’s Journal veröffentlicht. Ich habe das Glück, kein Exemplar mehr zu besitzen.« Trotzdem wurde der am 23. Juli 1888 in der Nähe von Chicago geborene Chandler einer der einflussreichsten amerikanischen Schriftsteller seiner Generation. Allerdings nicht wegen seiner romantischen Gedichte. Dafür um so mehr für seine Detektiv-Geschichten um den abgebrühten Hollywood-Schnüffler Philip Marlowe. Werdegang Nach der Trennung seiner Eltern verließ Chandler mit seiner Mutter die USA und lebte in London (später nahm er die britische Staatsbürgerschaft an) und studierte im Anschluss an seine Schulausbildung je ein Jahr in Paris und München. Schon mit 23, als er sich aus dem britischen Staatsdienst verabschiedete und für Wochenblätter Rezensionen und Essays schrieb oder anonym Zeitungsspalten füllte, wandte Chandler sich allmählich vom schweren Erbe der viktorianischen Literatur ab. In einem seiner Aufsätze verschrieb er sich schon damals dem Idealismus - dem Werk jener Autoren also, die »das Niedrige zu einer Vision des Magischen veredeln« und die »Romantik des Schmutzigen« über den wissenschaftlich anmutenden Realismus stellen. Dennoch sollte es noch bis in die späten dreißiger Jahre dauern, ehe Chandler schriftstellerisch gereift war und seine großen Erfolge feierte - und sie flossen ihm nicht leicht aus der Feder und garantierten keineswegs ein glückliches Leben. 1912 kehrte der junge Chandler zunächst in die Staaten zurück und arbeitete in Kalifornien als Buchhalter. Fünf Jahre später kämpfte er im Ersten Weltkrieg und diente aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft im kanadischen Militär und bei der Royal Air Force. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich zog Chandler erneut nach Kalifornien. Er heiratete die fast 20 Jahre ältere Cissy Pascal, arbeitete als Buchhalter in der Öl-Branche und stieg rasch zum Vize-Direktor auf. Allerdings füllte dieses Leben ihn nie aus. Chandler verlor sich seiner Unzufriedenheit wegen in Affären, Alkohol und regelrechten Gelagen, derentwegen er 1932 entlassen wurde. Seine Ehe war am Tiefpunkt, seine berufliche Laufbahn ebenso. Der damals fünfundvierzigjährige Chandler - ein hochintelligenter, schüchterner, sensibler, rastloser, ständig umziehender, höllisch ehrgeiziger Mensch - musste dringend etwas verändern. Kein Sherlock Chandlers Jugendtraum, vom Schreiben zu leben, war plötzlich stärker und präsenter denn je, wie aus seinen vielen erhaltenen Briefen hervorgeht. (...) Christian Endres Mehr zu lesen gibt es in der Nautilus 67 - bei uns online zu bestellen |
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