N A U T I L U S 51
»Ohne computergenerierte Effekte«

Souvenirs und Kristallschädel


Interview mit Karen Allen zu Indiana Jones
und das Königreich des Kristallschädels


Ihre Kinokarriere begann sie mit John Belushi in Ich glaub, mich tritt ein Pferd. Berühmt wurde sie durch die Rolle der Archäologin Marion Ravenwood in Jäger des verlorenen Schatzes. 27 Jahre später spielt Karen Allen mit Harrison Ford erneut in Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (ab dem 22. Mai in den Kinos). Mit der Schauspielerin sprach unser Mitarbeiter Dieter Oßwald:

Stört es Sie manchmal, dass Sie stets mit Indiana Jones verbunden werden?

Der erste Indiana Jones war eine absolut schöne Erfahrung für mich, deshalb habe ich mich sehr gefreut, als man mir erneut diese Rolle anbot.

Was war diesmal anders als vor 27 Jahren?

Das kann ich gar nicht so einfach beantworten. Ich glaube, diesmal war alles einfacher und lustiger als beim ersten Film. Damals war ich eine junge Schauspielerin, die vom Theater kam. Ich hatte nicht viel Ahnung von Dreharbeiten und war von so einem großen Action-Film ziemlich überwältigt - ich hatte ganz schön viel Stress (lacht). Inzwischen bin ich viel erfahrener, ich suche mir die schönen Momente im Leben aus und nehme die Dinge nicht mehr so furchtbar ernst.

Der Erwartungsdruck an den neuen Indiana Jones ist enorm - wie hat sich das bei den Dreharbeiten ausgewirkt? War damals nicht alles lockerer?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich fand die Atmosphäre diesmal viel entspannter als beim ersten Teil. Natürlich ist das eine enorm große Produktion mit riesigen Erwartungen, aber davon war beim Drehen wenig zu spüren. Alle waren bester Stimmung. Als ich Harrison Ford zum ersten Mal in der Garderobe traf, herrschte gleich eine ganz warmherzige, freundliche Atmosphäre. Ich habe mich sofort sehr willkommen gefühlt.

Standen Sie mit Harrison Ford und Steven Spielberg in Verbindung, oder war das ein Wiedersehen nach vielen Jahren?

Ich habe Harrison ein paar Mal auf der Straße getroffen, schließlich haben wir einige Zeit in New York gar nicht weit voneinander entfernt gewohnt. Steven traf ich bei einigen gesellschaftlichen Ereignissen, wenn ich zum Beispiel eine Rede auf ihn bei einer Preisverleihung hielt. Mehr Kontakt gab es nicht.

Stimmt es, dass Sie beim ersten Film mit Tom Selleck zum Vorsprechen gingen?

Nicht ganz. Selleck hatte schon vor mir die Rolle des Indiana Jones bekommen, doch er musste dann wegen Magnum wieder abspringen. Als ich zum Vorsprechen der Marion Ravenwood kam, gab es keinen Darsteller für Indiana Jones. Gemeinsam mit mir hatte sich Tim Matheson beworben, mit dem ich zuvor in Ich glaub, mich tritt ein Pferd spielte. Irgendwann kam die Produktion auf die Idee, dass Harrison die perfekte Besetzung wäre - und sie hatten völlig recht.

Ihre Gage für Ich glaub, mich tritt ein Pferd soll nur 3.000 Dollar betragen haben?

Das stimmt tatsächlich, wir alle bekamen nur 3.000 Dollar, und dann hat dieser Film phänomenal viel Geld eingespielt. Diesmal habe ich zum Glück ein bisschen mehr Gage bekommen (lacht).

Die Geheimhaltung vor und bei den Dreharbeiten gilt als legendär.

Alles ist sehr geheim. Ich durfte noch nicht einmal sagen, dass ich in dem Film mitspiele. Nachdem ich die Rolle im Januar bekommen hatte, musste ich ein halbes Jahr lang absolut darüber schweigen - ich habe es aber trotzdem meinem Sohn und ein paar engen Freunden erzählt (lacht).

Wie hoch sind die Strafen für den Geheimnisverrat?

Ich glaube, es gibt gar keine ausdrücklichen Strafen dafür. Steven bittet dich einfach, vorher nichts zu verraten - und man will ihn nicht enttäuschen. Als einige trotzdem etwas an die Presse gaben, war vor allem George Lucas sehr verärgert. Schließlich wollen alle, dass der Film eine echte Überraschung wird.

Durften Sie das gesamte Drehbuch sehen oder nur Ihre Szenen?

Ich durfte schon sehr früh das ganze Drehbuch lesen. Dafür war ich sehr dankbar, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wusste, wie groß meine Rolle überhaupt sein würde - es hätte ja auch nur ein Gastauftritt werden können. Aber ich war völlig begeistert von der grandiosen Geschichte und dieser wunderbaren Rolle, die es für mich darin gab.

Ist es die wunderbare Rolle einer Mutter, die mit Indiana Jones ein Kind hat?

Darüber darf ich nichts sagen, das würde zuviel von der Geschichte preisgeben. Ich kann lediglich preisgeben, dass meine Figur 1950 auftaucht und von Indiana Jones lange Zeit nichts gehört hat.

(...)

(Das vollständige Interview können Sie in NAUTILS 51 nachlesen)

Das Interview führte Dieter Oßwald

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