Cagliostro, Crowley, Copperfield und Co.
Die größten Magier
Berühmte Magier in Literatur und Wirklichkeit
Wir kennen sie alle aus Büchern und Filmen: Weise, gute Magier, die die Schwachen beschützen, aber auch wahnsinnige, finstere Hexer, deren einziges Ziel es ist, anderen zu schaden. Berühmte Magier aus der Fiktion faszinieren die Menschen noch heute. Doch nur wenigen Zeitgenossen ist bekannt, dass es auch in unserer realen Welt wirkliche Menschen gab und gibt, die sich dem Versuch verschrieben haben, »echte Magie« auszuüben.
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Beeindruckende Zauberei
Die Magie heutiger Bühnenmagier wie David Copperfield ist natürlich nur Illusion. Der Zauberer versucht, durch raffiniert erdachte Zaubertricks und viel Fingergeschick, sein Publikum zu beeindrucken. Darunter fallen der alte Trick mit dem Kaninchen aus dem Zylinder genauso, wie die Illusionen der Neuzeit, wo schon ganze Eisenbahnwaggons vor den Augen der verblüfften Zuschauer verschwanden und wieder auftauchten. Es sind diese kleinen oder großen Illusionen, die das Publikum zum Staunen bringen. Wir fragen uns: Wie? Wir versuchen aber nur hinter das Geheimnis der Zauberei zu kommen, weil wir genau wissen, dass ein raffinierter Trick dahinter steckt und nicht eine übersinnliche Macht, auch wenn man uns das in verschiedenen bunten Shows und Vorführungen all zu gerne glauben machen möchte. Natürlich gehören Charme und selbstbewusstes Auftreten des Zauberers genauso mit zum Programm. Ein guter Bühnenzauberer ist zugleich ein guter Entertainer!
Übersinnliche Magie
So überraschend es für alle trockenen Realisten klingen mag: Echte (oder von den Ausübenden und den Zuschauern für echt gehaltene) Magie ähnelt sehr stark der Bühnenzauberei. Das heißt, Magier greifen auf ihr Magie-Wissen zurück und beschwören fremde Mächte durch Magie, damit sie mit deren Hilfe Flüche aussprechen, Besessene befreien oder gar durch die Lüfte fliegen können! Wahrlich hartes Brot für unseren gesunden Menschenverstand, aber es kommt noch besser: Auch mit Zauberstäben, Roben und Hüten hantierten schon viele Magier bei ihren Ritualen, und sie tun es noch heute.
Dabei muss der Magie-Schüler sich nicht nur in der Lehre des Mikro- und Makrokosmos auskennen, auch Astrologie, Psychologie und Mathematik stehen auf dem Lehrplan. Außerdem muss er starken Willens sein. Grundsätzlich gilt, dass ein Magier mit seinem Willen alles erreichen kann: Sogar die Beschwörung von Geistern, Dämonen und Elementaren in magischen Ritualen. Natürlich sollten laut den magischen Lehren nur die erfahrensten und willenstärksten Magier so etwas versuchen. Denn in allen Geschichten drohen furchtbare Katastrophen, wenn ein derartiges Geschöpf den Magier überwindet und frei wird!
Die großen Meister
Die Bezeichnung Zauberer lässt sich frei mit Illusionist übersetzen. Das Wort Magier stammt aus dem Persischen und bedeutet übersetzt: Der Große. Dies war die Bezeichnung der Perser für ihre Hohepriester sowie für die Dämonenbeschwörer und Traumdeuter unter den Griechen und Römern. In der folgenden Ahnengalerie berühmter Magier stehen die wichtigsten Tatsachen über die jeweiligen Zauberer. Beginnen wir mit den Personen, deren historische Existenz mehr oder weniger gesichert ist:
Cagliostro, Crowley, Copperfield und Co.
Die größten Magier
Berühmte Magier in Literatur uund Wirklichkeit
Dr. Faust
Faust ist nicht nur die Hauptfigur in Johann Wolfgang von Goethes Meisterwerk: Die Wurzeln dieser Sagengestalt liegen in der Realität. Historiker schätzen, dass der wahre Dr. Faustus 1480 in Deutschland geboren wurde und 1536 oder 1539 auch dort starb. Aufgrund seiner okkulten Lehren flog er in hohen Bogen von mehreren Schulen und reiste in Folge als Arzt und Quacksalber, Astrologe und Wahrsager umher. Erst nach seinem Tode erblühten zahlreiche Legenden um den weitgereisten Mann: Man dichtete ihm zusätzliche Bildung an und stellte ihn als einen Schwarzmagier dar, der den Leibhaftigen beschwor, um mit ihm einen Pakt zu schließen, damit er endlich ein glückliches und erfülltes Leben führen konnte.
Als Vorbild für die Sagengestalt des Dr. Faust dienten den Menschen reale Persönlichkeiten wie der Gelehrte Agrippa von Nettesheim, der 1486 in Deutschland (Köln) geboren wurde und 1535 starb. Das Volk sah ihn aufgrund seiner magischen Lehren als Schwarzmagier (siehe Seite 73: Die Formen der Magie), der lebende Tote erschuf und mit dem Teufel im Bunde war. Dr. Faust gilt als sein literarisches Abbild.
Cagliostro
Der Graf Alessandro Cagliostro war ein wahrlich bunter Vogel und Abenteurer, der 1743 in Italien geboren wurde und 1795 dort wieder starb, allerdings als Gefangener. Aufsehen erregte der Graf durch alchimistische Kunststückchen und angebliche Geisterbeschwörung sowie Wunderheilung. Seine Magie war aber nur fauler Zauber, und so musste er oft überstürzt fliehen, wenn er einen seiner adligen Auftraggeber allzu unverschämt betrogen hatte. Sein unstetes Leben führte ihn durch viele Länder darunter Russland, England und Deutschland. Als er in seine italienische Heimat zurückkehrte, führte ihn seine letzte Reise sofort in den Kerker! Rom sperrte ihn wegen Ketzerei lebenslänglich ein. Jedoch war der Graf Cagliostro in der Geschichte nicht der Einzige, der entdeckt hatte, dass sich die Menschen durch ihren Glauben an das Übersinnliche manipulieren ließen.
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Mehr zu lesen über Rasputin, Houdini, Aleister Crowley oder aber auch Merlin, Rincewind und anderen gibt es in der Nautilus 16
Fabian Keck |