Fantastische Geheimnisse - acht Meilen in der Tiefe
Die Höhlenwelt-Saga
Harald Evers berichtet aus der Autorenwerkstatt
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Harald Evers
Im September 1957 in München geboren, begann Harald Evers schon als Zehnjähriger mit dem Schreiben: erste, von Perry Rhodan inspirierten Geschichten.
In seiner Jugend und als junger Erwachsener blieb Evers seinem Hobby treu. Nach wechselnden Berufungen (Kaufmann/Soldat/Taxifahrer usw.) fand er Anfang der 80er Jahre endlich ins Fach: Er arbeitete als Redakteur bei einer Musiker-Fachzeitschrift. Mitte der 80er schaffte er den ersten Computer an und seine erste Kurzgeschichte Der Weisheit letzter Schuss gewann den ersten Platz beim Wettbewerb Computerfiktionen.
Daraufhin beschäftigte sich Evers mit der Entwicklung von Computerspielen. Schon sein zweites Spiel Die Kathedrale war so erfolgreich, dass es ihm den ersehnten Weg in die Schriftstellerei ebnete. 1992 erschien der gleichnamige Roman beim Herbig-Verlag.
Es folgten weitere Computerspiele, doch 1996 wandte sich Evers beruflich vom Spieldesign ab und konzentrierte sich auf Übersetzungen von Computerspielen.
1995 begann Evers, am ersten Band der von den Lesern sofort begeistert aufgenommenen Höhlenwelt-Saga zu arbeiten. Heute sind die ersten drei Bände des ungewöhnlichen Fantasy-Zyklus fertig, und zwei davon bereits erhältlich.
Harald Evers Romane
Die Kathedrale - 1992, Horror-Roman, Herbig-Verlag, München
Das Dämonenschiff - 2000, Roman zur Rollenspiel-Serie Das Schwarze Auge/Armalion, Phönix-Press, FanPro-Verlag, Erkrath
Die Bruderschaft v. Yoor - Frühjahr 2001, Erster Roman der Höhlenwelt-Saga, Heyne-Verlag, München
Leandras Schwur - Frühjahr 2001, Zweiter Roman der Höhlenwelt-Saga, Heyne-Verlag, München
Erscheint in Kürze:
Der dunkle Pakt - Sommer 2001, Dritter Roman der Höhlenwelt-Saga, Heyne-Verlag, München
Die Festung am Khelber-Pass - Sommer 2001, Roman zur bekannten Rollenspiel-Serie Das Schwarze Auge, Heyne (vermutl. unter Pseudonym)
In Vorbereitung:
Der Kryptus - (Arbeitstitel), Vierter Roman der Höhlenwelt-Saga
Die Höhlenwelt im Internet
www.hoehlenwelt-saga.de
Die große Website von Harald Evers zur Höhlenwelt-Saga. Mit vielen Bildern, Leseproben, Kurzgeschichten, Landkarten, Hintergrundinfos, einem Leser-Forum, einem Höhlenwelt-Textabenteuer, und dem exklusiven Höhlenwelt-Club, in dem ganz besondere Infos und Features zur Verfügung stehen.
www.sahm-gallery.de
Die Website des Malers Hans-Werner Sahm, dessen fantastische Bilder einst die Inspiration der Höhlenwelt-Saga waren. |
Bei einem 1991er Hotelaufenthalt in Norddeutschland fiel mir im Hotel-Lift ein Bild auf, das ein Flugzeug zeigte, welches über Berggipfel hinweg, dabei aber unter einer grauen Wolkendecke hindurch, in Richtung des Horizonts flog. Erst am dritten Tag des Hotelaufenthalts sah ich, dass es sich gar nicht um eine »Wolkendecke« handelte, sondern um einen gewaltigen Himmel aus Fels.
Ich war gerade auf der Suche nach einer Idee für das Szenario einer neuen Geschichte - und schlagartig wusste ich es: Es sollte in einer Welt von gigantischen Höhlen spielen, Höhlen, die meilenhoch waren, mit unzähligen, mächtigen Pfeilern aus Fels. Im Laufe von etlichen Jahren entwickelte sich diese Idee zu einem ganzen Universum: Der Höhlenwelt-Saga.
Die Höhlenwelt
Die Höhlenwelt ist eine riesige, unterirdische Welt, die sich unter der Kruste eines ganzen Planeten hinzieht. Sie besteht aus gewaltigen, bis zu acht Meilen hohen Höhlen. Der Felsenhimmel wird von zahllosen gigantischen Stützpfeilern und mächtigen Felsbarrieren getragen; Licht fällt durch die rätselhaften Sonnenfenster in die Welt - riesigen, viele Meilen durchmessenden Einschlüssen von kristallinem Gestein im Felsenhimmel. In der Höhlenwelt gibt es Berge, Flüsse, Seen, Kontinente und Ozeane - wie in anderen Welten auch.
Auch Menschen leben dort, in einer Art spätmittelalterlicher Kultur, die jedoch von rätselhaften, modernen Elementen durchsetzt ist. Die Menschen sind nicht sehr zahlreich (etwa 1 Million in der ganzen Höhlenwelt), und ihre Geschichte ist, den Überlieferungen nach, nur 5.000 Jahre alt.
Viele seltsame Dinge liegen im Nebel der Vergangenheit begraben: Die Ursprünge der Magie, die Herkunft der Drachen, eines intelligenten und friedlichen Volkes von Flugechsen, welches die Höhlenwelt bevölkert, und ebenso die Geschichte der dort ansässigen Menschen.
Die Ursprünge
Zweitausend Jahre vor der Jetztzeit, in der die Romane der Höhlenwelt-Saga spielen, gab es einen verheerenden Kataklysmus in der Höhlenwelt: Das Dunkle Zeitalter. In dieser schrecklichen Ära war das Innerste der Höhlenwelt nach außen gekehrt, und die Kräfte des Stygiums (des Jenseits) tobten für Jahre durch die Welt. Ausgelöst wurde das Dunkle Zeitalter durch eine schreckliche Rachetat des Anführers einer geheimen Magierssekte, der das gesamte Trivocum niederriss - die stabile Grenzlinie zwischen den Sphären der Ordnung und des Chaos.
Zweitausend Jahre benötigte auch die Welt, um sich wieder zu erholen, wiewohl es heute auch immer noch stygisch verseuchte Gebiete gibt. Doch das Dunkle Zeitalter ist unter den Menschen in Vergessenheit geraten - nur noch die Gelehrten der Ordenshäuser wissen davon. Aber wovon selbst sie nichts wissen, sind die wahren Hintergründe, die damals Sardin, den Hohen Meister der Bruderschaft von Yoor, zu dieser Tat trieben.
Leandra
Leandra, eine Novizin der Magie, beobachtet am Tag vor ihrer Aufnahme in die Magiergilde, einen schrecklichen Mord. Sie berichtet ihrem Lehrer und Meister Munuel davon und bringt damit einen Stein ins Rollen, der all die uralten Geheimnisse wieder aufdeckt, und sie selbst und Munuel mit hinein in den Strudel der Ereignisse zieht. Sie müssen feststellen, dass die Bruderschaft von Yoor, jene uralte Sekte, wieder auferstanden ist, und abermals nach der Macht in der Höhlenwelt strebt.
Es gelingt ihnen nach vielen gefährlichen Abenteuern zwar, die Bruderschaft und ihre Anführer daran zu hindern, ihre Pläne durchzusetzen, aber als die Gefahr beseitigt scheint, offenbart sich erst das Unheil, das hinter allem steckte: Der dunkle Pakt. Dieses zweitausend Jahre alte Dokument besiegelt einen Handel zwischen der Bruderschaft von Yoor und dem rätselhaften Volk der Drakken. Leandra und ihre Freunde finden heraus, dass diese Drakken nicht aus der Höhlenwelt stammen. Sie wollen sich die Geheimnisse der Magie sichern - eine Kunst, die sie offenbar nicht beherrschen, und die sie für ihre kriegerischen Zwecke an sich reißen wollen.
Die Drakken
Es sind fremde Echsenwesen, grässlich anzusehende, kriegerische Kreaturen, und sie kennen keine Kompromisse. Einst schlossen sie mit der Bruderschaft von Yoor einen Handel ab, der besagte, dass die Bruderschaft mithilfe ihrer überlegenen Magieform, der Rohen Magie, die Macht in der Höhlenwelt übernehmen solle, um sie dann, gemeinsam mit den Drakken, zu regieren. Auf diese Weise erhofften die Drakken, wirklich an all die zahllosen Geheimnisse der Magie zu kommen, einen Jahrtausende alten Wissensschatz, den man einem unterjochten Volk nur schwer entreißen könnte.
Nun aber, da die Bruderschaft von Yoor durch das Eingreifen Leandras und ihrer Freunde endgültig zerschlagen ist, sieht sich die Höhlenwelt einer neuen, und noch viel größeren Gefahr gegenüber. Wer sind diese Wesen, und wo stammen sie her? Und wenn sie die Magie ergründen wollen: warum fragen sie nicht einfach? Niemand in der Höhlenwelt ist der Auffassung, dass die Magie ein Privatbesitz wäre. Nein, die Drakken sind gekommen, um Gewalt anzuwenden.
Es gibt Rätsel über Rätsel, und alles scheint auf die unbekannte Vergangenheit der Menschen in der Höhlenwelt hinauszulaufen - auf eine Zeit, die mehr als 5000 Jahre in der Vergangenheit liegt. Was ist damals geschehen? Und: stammen die Menschen wirklich aus der Höhlenwelt? Oder lebten sie früher vielleicht doch an einem anderen Ort, wie einige alte Legenden behaupten?
Über die Saga
Die Höhlenwelt war von Beginn an als Mehrteiler geplant, und mit dieser Entscheidung sah ich mich bereits früh schon der Frage ausgesetzt, ob sich hier wieder mal ein Schriftsteller der alten Sünde des ewigen Auswalzens einer Geschichte schuldig machen wollte. Auch auf meiner Website ist mir diese Frage schon überraschend oft gestellt worden - ja, manche Leute bekennen sich offen dazu, Sagas und Mehrteiler zu verschmähen.
Nun, dieser Vorwurf ist sicher nicht ganz unbegründet, denn es gibt durchaus einige Werke, die ziemlich lang sind. Dennoch: Viele Leute lesen so etwas gerne und offengestanden schreibe ich so etwas auch gerne. Es gibt einem als Autor die Möglichkeit, eine Welt so richtig zu entwickeln, denn bei aller Länge sind 750 Seiten oft nicht genug, um auch mal in die Ecken zu gucken, in die schlecht beleuchteten Winkel und die Hinterhöfe. Und das Bild einer Welt entwickelt sich manchmal erst dann so richtig, wenn man den Blick auch mal dorthin werfen kann.
Das ist besonders in Phantasiewelten wichtig, da dort ja komplett neue Welten transportiert werden. Bei einem Krimi (in der Jetztzeit) kann ich davon ausgehen, dass der Leser weiß, wie unsere heutige Welt aussieht. In einer Fantasywelt aber ist so vieles anders (angefangen bei der Landkarte - und deswegen gibt es wohl auch diese Tradition, in Fantasy-Romanen solche Karten abzudrucken), dass Mehrteiler nicht ganz unangebracht erscheinen.
Und wenn der Autor schon einmal eine solch umfassende Welt entworfen hat, ist die Versuchung groß (für ihn, wie auch für den Leser), in dieser Welt zu bleiben, sie zu vertiefen und noch weiter zu entwickeln.
Fast alle Rollenspieler hegen und pflegen ihr Spiel für Monate oder gar Jahre, und auch darin liegt sicher die Lust, eine Umgebung, die anfangs noch vage und wacklig ist, zu verfestigen und ihr ein Fundament zu geben.
Vielleicht ist es auch so, dass die Leser (um einmal von denen zu sprechen, die Sagas mögen), etwas Dauerhaftes und Verlässliches in diesem Traum zu finden versuchen, auf den sie sich da einlassen. Unsere heutige Welt ist so exakt, genau vermessen und erforscht, dass es kaum noch einen dunklen Winkel gibt, in dem man sich ein gruseliges Rätsel oder ein abenteuerliches Geheimnis vorstellen kann.
An diese Stelle treten dann unsere langen, mehrteiligen Geschichten. Ich glaube, die Zahl der Fantasyleser, die so etwas mögen, überwiegt. Deswegen wage auch ich, mich in die Reihe der Mehrteiler-Schreiber zu stellen. Es gibt allerdings eine Sünde, derer ich mich darin tatsächlich nicht schuldig machen möchte: Nichts zu sagen zu haben.
Meine Höhlenwelt-Saga hat ein festes Thema, einen festen Verlauf und ein festes Ende. Ich würde sie gern zuende bringen, aber wenn das geschafft ist, ist es wirklich geschafft, und dann freue ich mich wieder auf etwas Neues.
Harald Evers |