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PC-Game

Black & White

Schon jetzt ein Kultspiel


Endlich kommt wieder frischer Wind
in die Spielszene: Altmeister Peter Molyneux ist nach dem Riesenerfolg von Dungeon Keeper aus dem Jahre 1997 nun wieder da.

Um zu erahnen, welches Potential Black&White birgt, muss man verstehen, wer eigentlich hinter der Firma Lionhead steckt. Der Kopf der Firma ist kein anderer als Peter Molyneux, genialer Spielerfinder von Titeln wie Magic Carpet, Theme Park, Dungeon Keeper und Populous. Nach seinem Ausstieg bei Bullfrog gründete er die Firma Lionhead und bastelt derzeit an einem gewaltigen Epos.
Am Anfang sind die Götter
Wir übernehmen mal eben die Rolle eines Gottes, verkörpert durch einen Titanen, und werden auf der Startinsel von den dortigen Einwohnern verehrt. Sie heissen uns willkommen und bauen uns zu Ehren einen Tempel. Mit einfachem Anklicken können nun per frei beweglicher Hand Gegenstände bewegt oder Anlagen betreten werden. Die Basis eines jeden Gottes ist der Haupttempel. Hier können wir speichern und laden, eine Übersichtskarte aufrufen und im Laufe des Spiels diverse Statistiken anschauen.
Damit die Arbeiter schneller mit dem Bau vorankommen, besorgen wir ein paar Bäume, die sofort von den fleissigen Verehrern verarbeitet werden. Nun gilt es, die Insel zu erkunden und dabei bestimmte Aufgaben zu lösen - unter anderem weitere Dörfer zu gewinnen.

Jedem sein Riesen-Tamagotchi
Zu Beginn des Spiels stehen drei Titanen zur Auswahl. Eine in schwarz-weiss gehaltene Kuh, ein orangefarbener Affe und ein Tiger. Was immer wir auch wählen, es ist am Anfang nur fünf Meter gross, kann es aber später mit Legenden wie King Kong oder Godzilla locker aufnehmen.
Was machen wir nun mit unserem Liebling? Wir bringen ihm die lebensnotwendigen Dinge wie Laufen, Nahrung zu sich nehmen und Kämpfen bei. Hierfür existieren verschiedene Ketten, mit denen man den Titanen an bestimmte Orte kettet, damit er lernt, was dort passiert, oder einfach nur zuschaut, wie zum Beispiel Kinder spielen. Vielleicht kann er demnächst selber springen oder tanzen? Doch wozu soll ein Titan tanzen können? Nun, um andere Dorfsiedlungen zu beeindrucken, damit sie auf die Seite unseres Gottes wechseln. Das hört sich doch gut an. Da die Dörfler herumwuseln, kochen, lachen und heiraten, kann sich der Titan eine Menge bei ihnen abgucken.
Lernen tut er am meisten vom Gott selbst. Wenn das Tierchen Durst hat, zeigen wir ihm den nächsten Fluss, damit er das nächste Mal selbst hingeht. Werfen wir einen Stein immer und immer wieder, macht uns der Titan das Steine werfen irgendwann nach. Und wenn er gross und stark ist, wird er sich bei kommenden Auseinandersetzung daran erinnern, das man Steine auch auf den Gegner werfen kann. Problematisch wird es nur, wenn das liebe Tierchen versucht, einen Dörfler zu werfen, der das gar nicht komisch findet ...

Engelchen gegen Teufelchen
Damit wir mit unseren Entscheidungen nicht alleine sind, stehen uns zwei Ratgeber zur Verfügung. Ein bärtiger Heiliger und ein Teufelchen geben mehr oder weniger gute Ratschläge. Sie kommentieren einzelne Ereignisse und tätigen Vorschläge. Wann immer einer unserer Dörfler mit einem Problem zu uns kommt, stehen sie mit Rat und Tat zur Seite. So kann es sein, dass wir den Verwandten eines Dörflers vor dem Ertrinken retten sollen. Zum Glück hat unser Titan schon gelernt, wie man Sachen aufnimmt. Gehen wir mal davon aus, dass unser Titan erfolgreich war und den Dörfler vorm Ertrinken retten konnte. So ist eine Aufgabe vollbracht, die Dörfler sind zufrieden, und es gibt eine Belohnung. Das kann zum Beispiel ein Zauberspruch sein, von denen es eine ganze Menge gibt. Je nachdem, wie man sich bei den verschiedenen Aufgaben entscheidet, gleitet man entweder auf die böse oder gute Seite: Black&White.
Spieltechnische Auswirkungen soll es nicht geben. Aber die Optik des Spiels ändert sich je nach Gesinnung. Wer der dunklen Seite verfällt, bekommt einen düsteren Tempel, Sturm und Gewitter ziehen auf, und der eigene Titan entwickelt sich zu einer wilden Bestie. Wer sich für die gute Seite entscheidet, kann sich über stets karibische Zustände, eine prachtvolle Flora und einen gut gelaunten Titanen freuen.

Göttliche Vielfalt
Ein gut ausgebauter Titan lässt sich zur Verteidigung des eigenen Herrschaftsbereichs einsetzen. Weitaus effektiver sind aber die gelernten Zaubersprüche für erfolgreich gelöste Aufgaben oder die schlichte Übernahme von fremden Dörfern. Im Spiel existieren derzeit acht Völker, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Die Tibeter haben sich sehr der Magie zugewandt, während die Griechen grosse Baukünstler sind. Die verschiedenen Zaubersprüche können je nach Volk unterschiedlich stark sein. Die grafischen Effekte sind auf jeden Fall beeindruckend. Ganze Wälder können erschaffen werden oder einfach nur ein magischer Regenbogen. Die Vielfalt der Effekte ist gross. Manche Zauber dienen zum Schutz des eigenen Titanen im Falle eines Angriffs. Denn im Laufe des Spiels werden wir auf Landstriche treffen, die von anderen Göttern bewohnt sind und ihre eigenen Titanen ins Feld führen. Bei solchen Auseinandersetzungen wird unser Schosstier zwar nicht sterben, muss sich aber erst einmal erholen. Wer mal was anderes als die drei Anfangstiere spielen möchte, bekommt später im Spiel die Gelegenheit, auf neue Tierchen zu treffen. Wie wäre es mit einem Bären oder einer Schildkröte? Etwa 20 Titanen sollen bis Produktionsende zur Verfügung stehen.

Titan sucht Gleichgesinnte
Besonders spassig wird es im Mehrspielermodus. Dort treffen wir auf andere Freunde und Feinde. Tiger, Pferd und Wolf können sich zusammentun und einen Clan gründen. Im Gegensatz zu manch anderen Spielen können bei Black&White die Titanen zwischen Einzelspieler- und Mehrspielermodus wechseln. Daher können wir uns in aller Ruhe ein Lieblingstierchen auswählen, rund um die Uhr betreuen und anschliessend in die Mehrspielerwelt einbinden, die sich aus mehreren Inseln zusammensetzen kann. Als Dank für die wertvolle Erziehung stellt unser Liebling auf Wunsch eine Homepage zusammen, auf der die schönsten Momente seiner Laufbahn festgehalten sind.

Fazit
Die 3D-Engine weiss zu überzeugen. Die Landschaften, ihre Bewohner und vor allem die Titanen sind fliessend dargestellt und mit Licht- und Schatteneffekten untermalt. Im Vordergrund steht eindeutig die witzige und innovative Geschichte um ein paar riesengrosse Babies, die erzogen werden wollen. The Sims ist nett, Pokémon ist niedlich, Tamagotchi war gestern. Nun spielen wir Black&White.

Marc Höhne

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